Der Frühling in Portugal
Wir sind wieder zurück!
Anfangs dieses Jahres haben wir viel geredet und diskutiert wie unsere Zukunft aussieht. Wir waren an einem Punkt in dem wir uns fragten was wäre wenn. Was wäre wenn wir einfach auf dem Schiff leben? Unabhängig, vom Schiff aus Arbeiten. Am Wochenende und in den Ferien Europa besegeln. Was wäre wenn das möglich ist?
Nun nichts ist unmöglich wenn der Wille und die Passion stark genung ist. Im Januar reisten wir bereits das erste Mal zurück nach Seixal um Nebula nach dem Winter unter die Lupe zu nehmen. Welche Arbeiten werden neben den Tätigkeiten die nach einer Winterpause anfallen sonst noch aufkommen? Können wir diese Saison bereits wieder starten und Richtung Mittelmeer segeln?
Die Liste war lang und zu Beginn hatten wir durch Motorprobleme nicht immer die Hoffnung diese Saison auf dem Wasser zu verbringen. Gut Ding will Weile haben.
Wie auch die Schweiz hatten wir nicht schönes Wetter zu Beginn unseres Aufenthaltes. Viel Regen und Wind fegten über die Küste und in einigen Nächten schüttelte es uns sogar an Land in unserem Schiff. Doch wir genossen die warmen Abenden bei feinen Mahlzeiten und auch einem kleinen Game-Abend zu zweit.
Wir arbeiten Tagsüber an unsere Jobs und am Abend und den Wochenenden arbeiteten wir fleissig daran unsere Nebula wieder bereit zu machen. Bereits letzes Jahr entdeckten wir das beim Ruder Wasser rein drückt. Da wir am Heck des Schiffes unser Solar, Outboard, Anker und noch einge andere Gadgets angebracht haben liegt das Heck tiefer im Wasser als normal. Durch den höheren Druck und Wellen von hinten drückt das Wasser daher durch die Abdichtung hindurch. Wenn wir zurück blicken können wir sagen, dass hätten wir auch gekonnt. Doch ich bin ehrlich mit euch und gebe zu das wir die Werft gebeten haben, uns das wieder neu abzudichten. Denn es ist doch noch Einiges zu beachten wenn du den Ruderquadranten entfernst, dass du diesen anschliessend auch wieder korrekt anbringst. Mit vielen Tipps und Tricks wissen wir jetzt, dass es kein grosses Hexenwerk ist.
Unser Motor hat nochmals einen kompletten Check erlebt durch uns wie auch durch das Fachpersonal, denn wir hatten ein Problem. Während der Fahrt nach Seixal bereits letztes Jahres hatte unser Motor während der Fahrt gestottert als hätte er zu wenig Diesel bekommen. Nun im Frühjahr hatten wir das Problem immer noch nur schlimmer denn der Motor ist uns teilweise komplett abgeschmiert. Wir haben Filter überprüft, die Dieselzufuhr, die manuelle Handpumpe ersetzt und ihm gut zu gesprochen doch er wollte nicht. Im Mai dann konnten wir Mechaniker an Bord holen die sich den Motor nochmals anschauten, doch zu Beginn schien es als würden auch sie nichts Grosses entdecken. Wir hatten einen kleinen Dichtungsring zu viel bei einem Filter drann, doch das kann das Problem nicht verursacht haben. Viele Nerven und Stunden hat es uns gekostet bis schlussendlich Dominik mit einem Mechaniker auf die Lösung gestossen ist, unser Lift-Pump die zu beginn den Diesel in die Injektoren pumpen sollte, konnte den Druck nicht aufbauen um den Diesel bis in den Motor zu bringen. Während vier Monaten die wir unterwegs waren hatten wir unseren Tank immer zu 3/4 gefüllt. Nun ist dieser halbvoll, und da der Tank höher liegt als unser Motor reicht die Gravität aus, dass der Diesel komplett aus dem System zurück in den Tank fliesst und unsere Pumpe beim Anlassen diesen nicht mehr bis zum Motor pumpen kann. Macht Sinn oder, dachten wir auch das wenn wir jetzt darüber nachdenken das dies Logisch erscheint. Nun ja wir sind froh ist das Rätsel geklärt und wir konnten eine elektrische Pumpe installieren die biem Vorglühen bereits den Druck aufbaut und Diesel in das System pumpt. So das wir nun wieder einen funktionierenden Motor haben auch bei nicht vollem Tank.
Mitte Mai hiess es dann auch für mich ab in die Wärme. Ich war froh endlich den Flieger nehmen zu können und dem grauen Nass zu entfliehen. Lissabon hatte zu dieser Zeit angenehme 25° Grad tagsüber und 18° Grad nachts. Sogar die 34° Grad Marke haben wir Ende Mai geknackt.
Wohlgemerkt das ist der portugisische Frühling habe ich mir sagen lassen von den Leuten auf der Werft. Und ich dachte mir das ist der Sommer doch es wird noch heisser, ich freue mich darauf aber hoffentlich im Wasser damit ich mich abkühlen kann.
Neben dem Motor haben wir auch noch unser Kommunikationssystem ersetzen müssen, unser altes VHF hat zwar Empfangen doch wir haben nichts nach aussen senden können. Wir haben das Gerät nur selten genutzt da wir mit unserem Hand VHF viel flexibler sind, wenn wir in eine Marina einlaufen und nach den Marineros ausschau halten müssen. Beim ersetzen haben wir die Chance ergriffen und das Holz an welchen die Geräte angebracht sind zu ersetzen. Mit viel Mühe und Liebe habe ich die Einsätze angezeichnet ausgeschnitten, geschliffen und lasiert. Dominik hat natürlich geholfen. Und nun haben wir eine wunderschönes neues Holz neben dem alten Sperrholz das unser Vorgänger durchlöchert hat.
Weitere Holzarbeiten und Reparaturen haben natürlich nicht auf sich warten lassen. Neben Abdichten von Fenstern, Klampen an denen welche wir unsere Seile in der Marina festmachen. Diese waren ziemlich morsch und durchgefault worauf wir uns nicht länger verlassen wollten. Die Holzgriffe entlang des Deckes mussten natürlich dann auch noch daran glauben, doch ich muss sagen nun sieht unser Schiff fast aus wie neu.
Wärend unserer Zeit auf dem Schiff geniessen wir nicht nur die Vorteile des Klimas und die neuen Städte die wir bereisen, wir arbeiten auch noch in unseren Jobs. Damit das möglich ist haben wir uns etwas geleistet. Wir haben in ein Starlink investiert. Dadurch ist es uns möglich, egal in welcher Marina oder Ankerplatz wir uns befinden, wir werden immer Empfang haben, um an unseren Meetings teilnehmen zu können. Bis jetzt muss ich sagen funktioniert das wirklich super. Vor unserem Termin für ins Wasser konnten wir sogar noch alles fix in unser System einbauen und können nun Starlink auch mit unserem 12v-System betreiben. Nun steht uns für das Remote-Arbeiten nicht mehr viel im Weg, ausser das wir ein bisschen mehr Solar noch vertragen würden, aber das ist dann wohl ein weiters Winterprojekt.
So nun habe ich wieder viel zu viel geschreiben und wünsche euch einen wunderschönen Sommeranfang. Ich hoffe in der Schweiz trifft dieser auch bald ein.
(31.05.2024 Im Seeland 12°Grad und Cheminee Bilder auf dem Whatsapp-Status sprechen dafür das es noch nicht so sommerlich ist.)
Liebe Gruess
Ellen & Dömu

















Stephan Andres
Hallo Ellen
Herzlichen Dank für dein Update 🙂
Wünsche euch viel Spass und jederzeit gutes Gelingen!
Liebe Grüsse, Stephan