Goodbye

Engine Service und letzte Arbeiten am Schiff

In den letzten Tage im Wasser haben wir uns noch ausgibig mit unserem Engine beschäftigt. Als wir Nebula Anfang des Jahres gekauft hatten, wussten wir noch nicht viel über Dieselmotoren doch mittlerweile haben wir uns ein gewisses Grundwissen angelernt. Da pro Saison oder spätestens alle 750 Stunden ein grosser Service gemacht werden muss, haben wir uns entschieden diesen vorzunehmen. Denn wir wissen nicht, wann der letzte Service gemacht wurde vom Vorgänger. Es hiess also die Service-Liste von Beta zu studieren und die benötigten Ersatzteile organisieren. Wir haben einen Beta 38, ein sehr guter Motor, bekannt unter den Seglern. Doch da wir uns in Portugal befinden und Beta eine britische Firma ist, hatten wir so einige Schwierigkeiten an die passenden Ersatzteile zu gelangen. Eigentlich gibt es in Lissabon einen Vertreter von Beta Marine, dieser wollte jedoch nichts wissen und haben uns auch nicht weiterhelfen wollen. Sehr ärgerlich für uns, denn andere Marine Shops verweisen uns auf diesen Vertreter. Jedenfalls fanden wir dann jemanden der uns weiterhalf. Wir hatten dann zwar keine Originalteile, konnten jedoch mit gewissen Referenznummern ähnliche Produkte kaufen.

Nachdem wir alles zusammen hatten, hiess es bei 30 Grad wärme den Öl-wechsel vorzunehmen. Wir liessen dafür unseren Engine laufen damit das Öl flüssiger wurde und konnten alles sehr gut rauspumpen. Wie in den Bildern zu sehen ist war dieser Wechsel ziemlich nötig. Neben dem Ölwechsel, ersetzten wir natürlich auch noch den entsprechenden Ölfilter. Nach dem dies erledigt war, befassten wir uns mit dem Wasser-Diesel-Seperator und dem Dieselfilter. Der Wasser-Diesel-Seperator ist wie der Name verrät, dazu da Wasser und auch kleinere Partikel aus dem Diesel bereits herauszufiltern bevor der Diesel zum Dieselfilter des Motores gelangt. Dies ist standardmässig in jedem Boot eingebaut. Am Schluss folgte noch der aufwändigste Teil, das Kühlungssystem, dazu mussten wir erst einmal die Wasserzufuhr (eine Valve mit der Meerwasser gepumpt wird) abdrehen, das Kühlungswasser meistens eine Mischung aus Antifreeze und destilliertem Wasser abgepumpt. Danach hiess es die Tube Stack aus dem Motor auszubauen. Die Tube Stack ist ein Objekt mit mehreren kleinen Rohren welche zusammengehalten werden, durch diese Röhrchen wird das Salzwasser hindurch gespühlt, das Salzwasser kühlt dass Kühlungswasser welches sich im Behälter um dieses Rohr befindet. Ich hoffe das ist irgendwie ein bisschen verständlich.

Naja, jedenfalls wenn alles so einfach wäre wie das Ölwechseln und die Filter ersetzten wäre das Leben schon ein bisschen langweilig oder? Eigentlich haben wir verhältnissmässig einen grossen Motorraum, leider ist die Tube Stack von zwei Seiten befestigt, vor der einen Öffnung befindet sich der Alternator und im hineren Teil laufen die Rohre des Auspuffs durch. Wir schafften es die Öffnung zu öffnen konnten jedoch die Tube Stack nicht entfernen. Mit Handy, Licht und Googlen haben wir jedoch feststellen können das unsere Tube Stack noch in einem guten Zustand ist und das wir sie so gut es geht ein bisschen reinigen und dann wieder einbauen. Gesagt getan alles wurde wieder eingebaut und Antifreeze Mischung wurde um 9 Uhr abends angemischt und eingefüllt. Die Test sind alle gut verlaufen und wir glauben wir haben alles Richtig gemacht. Wir waren ziemlich stolz auf uns!

Um euch nicht noch mit weiteren Ausschweifen zu langweilen liste ich hier noch ein bisschen auf was wir sonst noch für Aufgaben hatten um unser Schiff Winterreif zu machen:

  • Dinghy reinigen und gut verpacken
  • Wassertank leeren
  • Segel einpacken
  • Seile einpacken oder entfernen (die Sonne in Lissabon ist erbarmungslos)
  • Windfahne abbauen
  • Horseshoe lifebuoy und Lifesling verstauen
  • Boot aussen mit Wasser reinigen
  • Boot mit einer Abdeckplane decken
  • Innenräume aufräumen und reinigen
  • Essen aufbrauchen, offene Trockene Sachen luftdicht abpacken
  • Wäsche waschen
  • unsere Taschen packen 🙁

Ja, das ist glaube ich alles was wir so in den letzen Tagen gemacht haben. Bevor wir am Sonntag zurück in die Schweiz fliegen werden.

Lift-out in Seixal

Am 26. September hiess es Lift-out. Dafür fuhren wir von Lissabon rüber nach Seixal, wo sich zwei hervorragende Ship Yards befinden. Wir waren irgendwie froh und traurig zugleich, froh weil wir nach langem hin und her endlich einen Platz für den Winter gefunden haben und traurig weil wir somit nicht mehr im Wasser sein werden.

Seixal ist ein kleines Städchen an der Mündung des Tajo, unser Yard befindet sich um genau zu sein auf der gegenüberliegenden Seite von der Stadt Seixal im Ort Amora. Der Yard ist sehr cool, es hat viele verschiedene Schiffe von überall, viele Portugiesen arbeiten Tagsüber an ihren Schiffen und auch fast jeden Tag wird ein Schiff oder Boot aus oder wieder ins Wasser gehoben.

Wir verbringen hier noch 5 Tage bevor wir zurück fliegen, währenddessen bereiten wir alles vor und schauen uns noch die nähere Umgebung an, bis jetzt sind wir sehr fasziniert von der Einfachheit und dem Charme vom Hafenstädchen gegenüber. Die Wärme macht uns an Land ein bisschen zu schaffen den ab 12 Uhr haben wir um die 30-35 Grad. Da wird es manchmal schwer noch an etwas zu arbeiten. Wir sind gut in der Zeit und haben bereits viel erledigt. Das Essen ist fast aufgebraucht noch ein Müesli und ein bisschen Milch ist übrig, aber ansonsten haben wir es nicht schlecht getroffen. Alles organisatorische mit dem Shipyard ist erledigt und wir können ohne Sorgen Nebula hier für den Winter zurück lassen.

Fazit

Nach …..

  • 4 Monaten und 4 Tagen, gesamthaft 127 Tage
  • über 1300 Nautical Miles
  • 3 Überquerungen (Bristol Channel, Ärmelkanal, Biskaya)
  • 5 Länder (Wales, England, Frankreich, Spanien, Portugal)
  • 13 Ankerbuchten
  • 10 Marinas

…. endet unsere Reise hier in Lissabon. Wir wollen für uns und natürlich auch für euch hier einige Highlights und unvergessliche Orte teilen.

Das beste Essen der Reise

Dömu & Ellen: Paella in Ribadeo, die beste Paella die wir in unserem ganzen Leben gegessen haben!

Der schönste Ort

Dömu: Die Rías um Vigo und das kleine Städchen Cedeira mit der traumhaften Ankerbucht.
Ellen: Scilly Islands und Vigo. Ich würde gerne nochmals in die Scillys gehen, aber es dürfte schon ein bisschen wärmer sein. Die Rías um Vigo herum sind traumhaft, man könnte dort ein ganzes Leben verbringen.

Die schönste Stadt / Städchen

Dömu: Porto und Ribadeo. Porto bietet mit seiner Promenade am Fluss viele Orte zum verweilen an, die Degustation im Churchills war auch der Hammer! Eine Stadt, die viel zu bieten hat.
Ellen: A Coruña und Ribadeo. Der Kern der Stadt oder ich weiss nicht ob man das als Alststadt bezeichnen kann von A Coruña war wunderschön, bot viele Restaurants und auch Bars zum verweilen und kleiner Läden zum einkaufen. Ribadeo hatte sehr viel charme, weil es an einem kleinen Fluss liegt und auch die Möglichkeit bot in die anderen Städchen zu reisen.

Die schönste Ankerbucht

Dömu & Ellen: Camariñas oder die Bucht in der Ría de Aldán.

Die schönste Überquerung

Dömu & Ellen: Ärmelkanal. Wir hatten super Wind und konnten dadurch ohne immer neu zu trimmen oder Kurs anzupassen nach Brest segeln. In der Nacht die Milchstrasse beobachten und die Stille geniessen.

 

Merci viu mau fürs mitläse und verfouge, es het üs mega gfreut. Bis nächstes Jahr!
Dömu und Ellen

Comments

  • Brigitte
    3. Oktober 2023

    Liäbi Ellen u Dominik

    Ganz härzlichä Dank für das mit näh uf eui Reis.Isch sehr intressant gsi.
    I wünschä euch äs guäts Acho deheim.
    Grüässli Brigitte

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